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Buchweizen und Bio passen perfekt zusammen

6.10.2016 | Aus: Wissenswertes

Das in Vergessenheit geratene Pseudogetreide Buchweizen erlebt eine Renaissance im Bioanbau. Wegen seines nussigen Geschmacks und seiner ernährungsphysiologischen Vorzüge bereichert der Buchweizen nicht nur die glutenfreie Küche. Selbst für Schweine und Hühner liefert der Buchweizen ein gut bekömmliches Futtermittel.
© Umweltzentrum Hannover e.V.

© Umweltzentrum Hannover e.V.

Buchweizen ist kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs (Polygonaceae). Sein lateinischer Name lautet „Fagopyrum“: das Korn (pyrum) der Buche (Fago). Denn seine Früchte ähneln den Bucheckern.  Unsere Vorfahren bauten die aus China stammende Nutzpflanze vor allem dort an, wo der Anbau herkömmlicher Getreidearten wie Weizen misslang. Mit dem vermehrten Einsatz von Mineraldüngern verlor der ertragsarme Buchweizen jedoch im 19. Jahrhundert an Boden. Denn nun gediehen auch ertragreichere Nutzpflanzen wie die Kartoffel auf nährstoffärmeren Äckern. Doch in den letzten zwei Jahrzehnten ist der Buchweizen vor allem im Bioanbau wieder im Kommen. Das anspruchslose Pseudogetreide gedeiht auch ohne mineralischen Dünger auf kargen, sandigen oder steinigen Böden. Außerdem ist Buchweizen aufgrund seiner langen Blütezeit eine gute Bienenweide, die den Imkerinnen und Imkern hohe Erträge bringt. Biobäuerinnen und Biobauern nutzen Buchweizen auch gerne als Zwischenfrucht: das Kraut wächst schnell und lässt kein Unkraut durch.

Buchweizen ist gesund

Laut dem Allgemeinen Informationsdienst für Landwirtschaft und Ernährung (aid) ist Buchweizen ein guter Energielieferant und liefert hochwertiges Eiweiß (11 bis 14 Gramm pro 100 Gramm). Zudem enthält er Mineralstoffe wie Kalium (460 Milligramm), Phosphor (254 Milligramm), Magnesium (231 Milligramm) und Kalzium (18 Milligramm) und B-Vitamine. Das enthaltene Kohlenhydrat Inositol wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist der sekundäre Pflanzenstoff Rutin, der die Durchblutung verbessern soll. Da Buchweizen kein Klebereiweiß (Gluten) enthält, eignet er sich besonders für die rund 500.000 bei uns lebenden Menschen mit Glutenunverträglichkeit (Zöliakie).
Trotz guter Werte braucht der Buchweizen noch Zeit, um als Eiweißlieferant Karriere zu machen. „Neuere Studien dazu fehlen oder wären hilfreich“, meint Dr. Toni Meier von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Bis dahin hält der Agrar- und Ernährungswissenschaftler Buchweizen „vor allem ökologisch für interessant, da er zur Diversifizierung im Ackerbau beiträgt und so die Kulturpflanzenvielfalt erhöht.“

Biobuchweizenprodukte gibt es fast überall

Häufig wird Buchweizen als ganzes, geschältes Korn angeboten. In der Fruchtschale steckt der rote Farbstoff Fagopyrin, welcher nach übermäßigem Verzehr bei Sonnenbestrahlung zu Hautausschlag führen kann. Daher sollte man insbesondere ungeschälten Buchweizen gründlich mit heißem Wasser waschen.
Buchweizen schmeckt gekocht, gekeimt oder geröstet. Kurz in der Pfanne geröstete Körner verleihen Salat und Müsli ein nussiges Aroma. Alternativ lässt sich Buchweizen auch keimen und dann zu Bratlingen oder Süßspeisen weiterverarbeiten. Bei Gebäck muss man Getreide-, Soja-, Johannisbrotkernmehl oder Eier dazugeben, um die gewünschte Backstabilität zu erreichen.
Biobuchweizenkörner, -grütze oder -Buchweizenmehl ist in Reformhäusern, Naturkostläden oder Drogeriemärkten erhältlich. Allerdings stammt die Ware häufig aus China, der Tschechischen Republik oder Ungarn. Wer Biobuchweizen aus deutschem Anbau möchte, kann zum Beispiel auf die Produkte von der Öko-Erzeugergemeinschaft Alb-Leisa von der Schwäbischen Alb zurückgreifen. Hier gibt es den Buchweizen auch weiterverarbeitet als Buchweizennudeln.

Buchweizen als Sojaersatz in der Tiermast?

Buchweizen ist nicht nur für die menschliche Ernährung interessant. In Versuchen hat sich gezeigt, dass Schweine das Pseudogetreide gut verwerten können. Enthält die Futtermischung 20 bis 25 Prozent Buchweizen, lässt sich der Sojaanteil um je zwei bis drei Prozent reduzieren. Buchweizen könne je nach Marktpreissituation und Energiebedarf das Futter für Geflügel und Schweine ergänzen, erklärt Jan Hempler, Experte für Fütterung und Tierhaltung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachen. Allerdings habe Buchweizen einen sehr geringen Energiegehalt und die Erntemengen seien relativ gering seien. „Soja gänzlich ersetzen wird Buchweizen daher nicht“, betont der Agraringenieur.

Quelle: www.Oekolandbau.de

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