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Vernetzung und Austausch von Kita-MitarbeiterInnen

26.08.2016 | Aus: Kindertagesstätten

Die Treffen am 17. und 22. August 2016 im Umweltzentrum standen unter dem Motto einer ausgewogenen und nachhaltigen Speiseplangestaltung.
© Umweltzentrum Hannover e.V.

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Das Thema beschäftigt Küchenfeen aus Kitas im Projekt aromaTisch vegetarisch regelmäßig: Was ist bei der Planung des Speiseplans zu beachten, wenn der Anteil an Fleischgerichten sinken soll? Und wie können tierische und pflanzliche Zutaten so kombiniert werden, dass die Versorgung der Kinder mit allen wichtigen Nährstoffen gewährleistet ist? Wissen Kita-MitarbeiterInnen darüber Bescheid, dann können sie die Skepsis gegenüber vegetarischen Gerichten bei Kita-Leitung, pädagogischen KollegInnen oder Eltern entkräften und selbstbewusst für mehr pflanzliche Alternativen in der Kita-Verpflegung eintreten. Und leisten so nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der betreuten Kinder, sondern auch zu Klima- und Umweltschutz.

aromaTisch-vegetarisch-Koch-Dozentin Cornelia Ermes ging in ihrer Präsentation zunächst auf die Grundlagen einer ausgewogenen Kinderernährung ein und stellte die laut DGE empfohlenen Mengen an Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten für Kinder verschiedener Altersstufen vor. Nach einem kleinen Einschub zur Verfügbarkeit von Aminosäuren in Nahrungsmitteln und zur biologischen Wertigkeit folgten konkrete Hinweise für empfohlene Lebensmittelgruppen und ihre geschickte Kombination. Dadurch kann die Ausnutzung von Aminosäuren verbessert werden, so dass Fleisch oder Wurst mit gutem Gewissen weggelassen werden können. Anhand eines Beispiel-Speiseplans erläuterte Cornelia Ermes außerdem, wie sich Hauptgerichte und Desserts mit einem unterschiedlichen Anteil an tierischen Zutaten über den Tag bzw. die Woche verteilen können und wie in diesem Speiseplan die in den meisten Kitas verwendete „Bremer Checkliste“ angewendet wurde.

© Umweltzentrum Hannover e.V.

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Anschließend stellte Projektmitarbeiterin Christine Diemling den Online-Speiseplaner www.biospeiseplan.de vor. Das u.a. vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München entwickelte Online-Instrument wird zwar bei allen Projektangeboten theoretisch beworben, aber wegen fehlender Computer-Arbeitsplätze oder mangelnder Zeit wohl relativ selten von den TeilnehmerInnen aus Stadt und Region Hannover ausprobiert. Ziel der Präsentation war es deshalb, eine Einführung in die Grundlagen und Funktionen des Bio-Speiseplans zu geben und die Vorzüge für die eigene Kita an einem konkreten Beispiel vorzustellen.

Am Ende des intensiven Austauschs brachte es eine Teilnehmerin auf den Punkt: „Da bleibt noch viel zu tun.“ Damit bezog sie sich aber nicht nur auf ihre eigenen Aufgaben, sondern auch auf einen dringend nötigen Meinungswandel bei Kita-Trägern, Politik und Öffentlichkeit. Denn immer mehr Kinder mit immer weniger Personal mit Tagessätzen von unter einem Euro pro Kind zu bekochen, das ist der Arbeitsalltag der meisten hauswirtschaftlichen Kräfte. Für eine intensive inhaltliche Beschäftigung mit ernährungsphysiologischen Aspekten oder gar Nachhaltigkeitsthemen bleibt den meist auch noch ungelernten Küchen-MitarbeiterInnen dann kaum mehr Zeit.

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